{"id":46,"date":"2019-06-07T16:49:26","date_gmt":"2019-06-07T14:49:26","guid":{"rendered":"https:\/\/claus-pese.de\/else-oppler\/?page_id=46"},"modified":"2019-09-16T13:31:22","modified_gmt":"2019-09-16T11:31:22","slug":"kindheit-und-jugend","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/claus-pese.de\/else-oppler\/kindheit-und-jugend\/","title":{"rendered":"Kindheit und Jugend"},"content":{"rendered":"\n<h1>Else Oppler (1875\u20131965)<\/h1>\t\t\n\t\t\t<h2>Stationen eines facettenreichen K\u00fcnstlerlebens von Claus Pese<\/h2>\n<p>Dies ist das Manuskript zu einem Vortrag, den der Verfasser am 8. Januar 2019 unter gleichem Titel im Rahmen der Vortragsreihe des Vereins f\u00fcr Geschichte der Stadt N\u00fcrnberg gehalten hat.<\/p>\n<p>Ihr bewegtes Leben zusammenfassend, ist es das erste Mal, dass \u00fcber Else Oppler ausf\u00fchrlich berichtet wird. Es soll der Beginn einer weiteren Besch\u00e4ftigung mit dieser K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit sein.<\/p>\n<p>Neben vereinzelten Erw\u00e4hnungen neueren Datums gibt es sp\u00e4testens seit dem Fr\u00fchjahr 2018 in der Internet-Enzyklop\u00e4die \u201eWikipedia\u201c einen Artikel \u00fcber Else Oppler. Im Ausdruck umfasst er inklusive Anmerkungen und Literaturangaben drei Seiten.<\/p>\n<p>Else Oppler war die erste von zwei T\u00f6chtern des Chemikers Dr. Theodor Oppler (1835\u20131909) und dessen Ehefrau Julie geborene Stern (1850\u20131939). Theodor Oppler war geb\u00fcrtiger Breslauer, hatte in G\u00f6ttingen studiert, arbeitete f\u00fcr einige Jahre in Berlin und lie\u00df sich 1863 in N\u00fcrnberg nieder. Drei Jahre sp\u00e4ter gr\u00fcndete er in Doos \u2013 zwischen F\u00fcrth und N\u00fcrnberg gelegen \u2013 eine chemische Fabrik. 1874 heirateten Theodor Oppler und Julie Stern, die ebenso wie ihr Ehemann aus Breslau stammte. Am 21. Februar 1875 kam in N\u00fcrnberg Elsa zur Welt. Alsbald nannte man sie Else. Drei Jahre sp\u00e4ter wurde Elses Schwester Frieda (1878\u20131971) geboren. Damit war die Familie komplett. <sup>1<\/sup><\/p>\n1885 gab Theodor Oppler seine Fabrikantent\u00e4tigkeit auf und wurde Leiter der Berufsgenossenschaft f\u00fcr die chemische Industrie mit dem Sitz in N\u00fcrnberg. Diese berufliche Ver\u00e4nderung beendete eine damals geradewegs l\u00e4ndliche Idylle, die Theodor Oppler 1876 f\u00fcr sich und seine Familie geschaffen hatte. Else erinnerte sich: \u201eWir wohnten auf dem Land in der N\u00e4he einer gr\u00f6sseren [i.e. N\u00fcrnberg] und einer kleineren Stadt [i.e. F\u00fcrth]. Wir hatten keine Nachbarn ausser einem Bauern, der ein kleines Geh\u00f6ft jenseits des Weges in dem tiefergelegenen Gel\u00e4nde bewirtschaftete. Sonst weit und breit Felder, mit Ausnahme der Fabrik meines Vaters, die sich dem sehr grossen Garten anschloss, in dem unser Wohnhaus lag.\u201c<br>\nF\u00fcr Else war dies der Abschied von \u201eeiner gl\u00fccklichen Kindheit\u201c, aber \u201emeine Eltern fanden\u201c, fuhr sie zu berichten fort, \u201eda\u00df die heranwachsenden M\u00e4dchen nicht immer weit ab von der Stadt auf dem Lande leben sollten, dass wir in einer h\u00f6heren Schule unsere Ausbildung beenden sollten, und so zogen wir in die gr\u00f6\u00dfere Stadt\u201c \u2013 also nach N\u00fcrnberg. Wir erfahren, wie das Leben des Kindes im Nachhinein \u201e[\u2026] zu allen Jahreszeiten, verwachsen mit der Natur, unbeschreiblich herrlich\u201c war. <sup>2<\/sup>\n<p>Bis 1891 besuchte Else Oppler das Port\u2019sche Institut in N\u00fcrnberg \u2013 eine Privatschule f\u00fcr \u201eh\u00f6here T\u00f6chter\u201c, wie das damals hie\u00df. Danach lie\u00df sich Else \u2013 ihrer pers\u00f6nlichen Neigung entsprechend \u2013 in ihrer Geburtsstadt k\u00fcnstlerisch ausbilden und wurde Mitglied im 1893 gegr\u00fcndeten \u201eVerein Frauenwohl\u201c. Diese Organisation mit bis zu 2.500 Mitgliedern war grundlegend und richtungsweisend f\u00fcr die Emanzipation der Frau in N\u00fcrnberg. Beim \u201eVerein Frauenwohl\u201c ging es um mehr als nur um das Erlernen von Kochen und das Ausf\u00fchren von Handarbeiten, wie es in der Vielzahl der \u00e4lteren Frauenarbeitsschulen angesagt war. <sup>3<\/sup><\/p>\n\t\t<h3><\/h3>\t\t\n\t\t\t<p>Um 1893 wird eine Fotografie entstanden sein, auf der die Familie Oppler, um den Wohnzimmertisch versammelt, abgebildet ist.<sup>4 <\/sup>(Abb. 1)<\/p>\n<p>Darauf erkennt man die damals vielleicht Acht-zehnj\u00e4hrige tief in ihre Lekt\u00fcre versunken. Zwei-fellos ist das eine gestellte Aufnahme. Sie zeigt indes, wie Else Oppler fotografisch festgehalten werden wollte: still und konzentriert in ein Buch vertieft. Vielleicht bot Else Opplers Vollj\u00e4hrigkeit im Jahre 1896 den Anlass, zu dem zwei pers\u00f6nliche Fotos entstanden sind, die sie en face und im Profil zeigen.<\/p>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/claus-pese.de\/else-oppler\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/06\/FamilienbildOppler.png\" alt=\"Abb. 1. Das Familienbild, um 1893 J\u00fcdisches Museum Berlin, Inv. Nr. 2006\/217\/193, Schenkung von Dr. phil. Fortunatus Schnyder-Rubensohn; s.a. Anm. 1, S. 116 Abb. 42.\" itemprop=\"image\" height=\"409\" width=\"548\" title=\"FamilienbildOppler\" onerror=\"this.style.display='none'\">\n\t\t<h3><\/h3>\t\t\n\t\t\t<p>Man erkennt eine junge Frau von melancholisch anmutender Sch\u00f6nheit mit vollem dunklem Haar, gro\u00dfen schwarzen Augen unter dichten Augenbrauen und einem kr\u00e4ftigen Mund. (Abb. 2)<\/p>\n<p>1898 ging die Dreiundzwanzigj\u00e4hrige nach M\u00fcnchen, um sich an der Privatschule von Max Dasio (1865\u20131954) weiter ausbilden zu lassen. Dasio war um 1900 ein gefragter Maler, Grafiker, Medailleur und Kunstp\u00e4dagoge. Ebenfalls 1898 logierte Else kurzzeitig bei einer Familie in der K\u00fcnstlerkolonie Dachau.<sup>6<\/sup><\/p>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/claus-pese.de\/else-oppler\/\" target=\"_self\" role=\"button\" rel=\"noopener noreferrer\">\n\t\t\t\t\t\tZur Hauptseite\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/claus-pese.de\/else-oppler\/die-junge-kuenstlerin\/\" target=\"_self\" role=\"button\" rel=\"noopener noreferrer\">\n\t\t\t\t\t\t\tWeiterlesen\n\t\t\t<\/a>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Else Oppler (1875\u20131965) Stationen eines facettenreichen K\u00fcnstlerlebens von Claus Pese Dies ist das Manuskript zu einem Vortrag, den der Verfasser am 8. 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