{"id":56,"date":"2019-06-07T17:10:19","date_gmt":"2019-06-07T15:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/claus-pese.de\/kuenstlerkolonie-worpswede\/?page_id=56"},"modified":"2019-11-04T16:01:46","modified_gmt":"2019-11-04T15:01:46","slug":"wunderland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/claus-pese.de\/kuenstlerkolonie-worpswede\/wunderland\/","title":{"rendered":"Wunderland"},"content":{"rendered":"\n\t\t<h1>Wunderland<\/h1>\t\t\n\t\t\t<p>Zun\u00e4chst wohnten die Maler bei Bauern, dann im Gasthof \u201eStadt Bremen\u201c. 1892 kam Fritz Overbeck (1869\u20131909) \u2013 ebenfalls ein Absolvent der D\u00fcsseldorfer Akademie \u2013 erstmals nach Worpswede. Carl Vinnen (1863\u20131922) war h\u00e4ufig zu Besuch. Zwei Jahre sp\u00e4ter folgte schlie\u00dflich Heinrich Vogeler (1872\u20131942). Der j\u00fcngste und vielseitigste unter den Worpsweder K\u00fcnstlern (ebenso wie Vinnen hatte Vogeler an der Akademie in D\u00fcsseldorf studiert) konnte sich 1895 dank einer Erbschaft ein Bauernhaus in Worpswede kaufen, in dem er viele Jahre lebte und arbeitete. Damit war die erste Generation der K\u00fcnstlerkolonie Worpswede komplett.<\/p>\n<p>Wozu K\u00fcnstlerkolonien? Der Drang, Bildwerke zu schaffen, reicht f\u00fcr ihr Entstehen nicht aus. Das Schaffen ist stets der Vollzug eines individuellen Drangs. Vor der Staffelei sitzt immer nur eine Person. Ausstellungen lassen sich gemeinsam aber leichter organisieren \u2013 zumal dann, wenn eine Gruppe junger Maler eine gemeinsame k\u00fcnstlerische Absicht verfolgt. Ende des 19. Jahrhunderts ist das vornehmlich die Landschaftsmalerei. Auf dem Lande findet man die individuellen Motive zu Hauf. Zudem ist das Leben auf dem Lande billiger und l\u00e4sst sich f\u00fcr junge Leute ungezwungener verwirklichen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich braucht man die Stadt. Dort gibt es Ausstellungsm\u00f6glichkeiten; dort sind die Galeristen; dort leben die K\u00e4ufer, ohne die es nicht geht. Im Idealfall befindet sich eine K\u00fcnstlerkolonie unweit einer Gro\u00dfstadt. Worpswede trennen von Bremen etwa zwanzig Kilometer.<\/p>\n<p>Im Herbst 1894 gr\u00fcnden Hans am Ende, Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler den \u201eK\u00fcnstler-Verein Worpswede\u201c und stellen im April des folgenden Jahres gemeinsam in der Kunsthalle Bremen 34 Gem\u00e4lde aus. Zu einem Erfolg ger\u00e4t die Ausstellung nicht. Die Mehrzahl der Besucher war der Genre- und Historienmalerei noch zu sehr verhaftet. Nicht so eine junge Besucherin namens Paula Becker, damals gerade 19 Jahre alt. Sie hatte in der Ausstellung einige wirklich \u201eganz famose Sachen\u201c<sup>5<\/sup> gesehen und l\u00e4ngst beschlossen, Malerin zu werden. Das Schicksal wollte es, dass der Maler Eugen Stieler, damals Pr\u00e4sident der M\u00fcnchner Secession, die Ausstellung besuchte, hellauf begeistert war und sie im Sommer 1895 im K\u00f6niglichen Glaspalast in M\u00fcnchen pr\u00e4sentierte. Das bedeutete den Durchbruch! \u201eVon nun an werden die jungen Maler zu allen wesentlichen Ausstellungen in Dresden, Berlin, Wien und anderen Kunstmetropolen eingeladen.\u201c<sup>6 <\/sup><\/p>\n<p>Im Juni 1897 kommt Paula Becker (1876\u20131907), die inzwischen in Berlin eifrig Malkurse besucht, erstmals nach Worpswede. Kurze Zeit vorher muss sie Gerhart Hauptmanns soeben erschienenes \u201edeutsches M\u00e4rchendrama\u201c \u201eDie versunkene Glocke\u201c gelesen haben, denn Paula Becker beginnt ihren ersten (leider nicht genau datierbaren) Bericht mit: \u201eWorpswede! Worpswede! Worpswede! Versunkene-Glocke-Stimmung! Birken, Birken, Kiefern und alte Weiden. Sch\u00f6nes braunes Moor, k\u00f6stliches Braun! Die Kan\u00e4le [zur Bef\u00f6rderung des Torfes nach Bremen] mit den schwarzen Spiegelungen, asphaltschwarz. Die Hamme [der Fluss] mit ihren dunkeln Segeln [der Boote]. Es ist ein Wunderland, ein G\u00f6tterland.\u201c<sup>7 <\/sup><\/p>\n<p>Paula Becker lernt Fritz Mackensen kennen, den \u201eMann mit den goldenen Medaillen in den Kunstausstellungen.\u201c<sup>8 <\/sup>Sie besucht Heinrich Vogeler in seinem Domizil, dem \u201eBarkenhoff\u201c. Es gibt erste Kontakte zu Otto Modersohn (\u201eIch m\u00f6chte ihn kennenlernen, diesen Modersohn.\u201c)<sup>9 <\/sup>und Fritz Overbeck. Hans am Ende kennt sie anf\u00e4nglich noch nicht.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/claus-pese.de\/kuenstlerkolonie-worpswede\/form-farbe-und-wesen-der-dinge\/\" target=\"_self\" role=\"button\" rel=\"noopener noreferrer\">\n\t\t\t\t\t\tZur\u00fcck\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/claus-pese.de\/kuenstlerkolonie-worpswede\/\" target=\"_self\" role=\"button\" rel=\"noopener noreferrer\">\n\t\t\t\t\t\t\tZur Hauptseite\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/claus-pese.de\/kuenstlerkolonie-worpswede\/entfremdung\/\" target=\"_self\" role=\"button\" rel=\"noopener noreferrer\">\n\t\t\t\t\t\t\tWeiterlesen\n\t\t\t<\/a>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wunderland Zun\u00e4chst wohnten die Maler bei Bauern, dann im Gasthof \u201eStadt Bremen\u201c. 1892 kam Fritz Overbeck (1869\u20131909) \u2013 ebenfalls ein Absolvent der D\u00fcsseldorfer Akademie \u2013 erstmals nach Worpswede. Carl Vinnen (1863\u20131922) war h\u00e4ufig zu Besuch. 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