Theaterpause

Ein Paar im linken Bildteil, in Schwarz und Weiß gekleidet, blickt auf eine junge Frau rechts, deren Oberkörper äußerst knapp bekleidet ist. Eigentlich ist das kein Kleid, sondern ein aus hochrechteckigen Metallplatten gefügtes goldfarbenes Kreuz. Unterhalb der Hüfte hält ein silberfarbener Gliedergürtel ein wie Seide anmutendes Kleidungsstück: Rock oder Hose.

Der Blick des Herrn links wirkt lüstern; der der Dame kritisch-distanziert. Die verführerische Frau rechts mit blonder, modernistischer Haartracht weist mit dem Zeigefinger ihrer rechten Hand aus dem Bild heraus, während auf der Höhe ihres Halses ein weißer Pfeil auf das Paar gerichtet ist. Was soll diese Doppeldeutigkeit bedeuten? Ist der Fingerzeig eine Geste, die dem Mann sagen soll: Komm‘ mit mir nach draußen? Es wäre unerhört, die weibliche Begleitung so einfach stehen zu lassen. Der Pfeil indes besagt, dass die Absicht der jungen blonden Frau in diese Richtung geht.

Abb. 3. Theaterpause.
Abb. 3. Theaterpause.

Vielleicht aber ist das alles nur „Theater“! Vielleicht ist das nur Männerphantasie, gesehen durch das Temperament eines Künstlers und von ihm mit malerischen Mitteln dargestellt: eine femme fatale, der kein Mann widerstehen kann und der das Äußerste auf sich nimmt, um sie zu besitzen – unwiderstehlich, abgrundtief.